5.12. – 14.12.
Crew Alex, Jenny, Emil, Elina, Valentin
Vorausschicken muss ich, dass dieser Blog von unserer Woche in Grenada leider vor dem Beitrag unserer Überfahrt erscheint. Es war viel los, Valentin war auch krank und jetzt sind wir wieder unterwegs. Also noch ein paar Tage Geduld. Wie Ihr wisst, macht es Valentin immer ausführlich und gründlich!! Und ich will ja nicht zu viel verraten, aber wir hatten schon den einen oder anderen aufregenden Moment.
Abend der Ankunft nach 14 Tagen und 12 Stunden der Einlauf über die Ziellinie und im Hafen:
Nachdem wir von einer großen Runde von Mitseglern, die es bereits geschafft hatten, nach unserer Ankunft begrüßt wurden, ging es natürlich gleich an die Bar, um zu feiern. Wir haben uns so sehr über alle gefreut, die zur Begrüßung an den Steg gekommen sind. Sie haben verstanden welche Strapazen wir mit dem Handsteuern des Bootes hatten. Danach sind wir aber alle recht müde ins Bett gefallen. Leider mussten wir am Samstag auch gleich früh aufstehen, da wir in der Nacht nicht an unserem endgültigen Steg anlegen durften, sonder in der Superyacht Marina. Das heißt Samstag nicht ausschlafen, sondern alle wieder aus dem Bett werfen. Vor allem für Valentin schwierig, der so viel Schlaf braucht!


Unser endgültiger Liegeplatz war schließlich gegenüber vom Boot Gryps, den Deutschen, mit denen wir schon in Mindelo und Las Palmas viel unternommen hatten und inzwischen gute Segelfreunde geworden sind.
Nun endlich: ENSTPANNUNG! Aber nein doch nicht. Gleich kamen auch die Yellow Shirts, wir wurden fotografiert, haben einige kleine Geschenke bekommen und dann wollten sie uns den ersten Rum Punch anbieten. Wir sind aber lieber um 9 Uhr Früh auf den Kinderpunch umgestiegen.
Danach aber gleich wieder Wege zu erledigen. ARC-Office und einklarieren. Alex ist zwei Stunden angestanden, ich habe in der Zwischenzeit in der Marina eingecheckt. Die Marina ist sehr schön. Es gibt einen Pool, gute Waschräume, drei Restaurants. Und einen schönen Strand, den ich allerdings erst nach 4 Tagen entdeckt habe.
Anschließend sind wir hinaus aus der Marina ein Lokal zum Brunchen zu suchen und sind gleich in das erste Beste hineingegangen. Patricks! Laute Reggea Musik, gutes Essen und auch der Nachbar hat laute Musik gespielt, sodass man nichts hören konnte. (Wir haben dann festgestellt, dass es wichtiger ist, die Musik immer irre laut und nicht nur eine Musikquelle zu haben)
Immer wieder sind Segler an der Straße vorbeigekommen, die wir mit lautem Hallo begrüßt haben. Einige sind gleich auf ein Bier bei uns geblieben. Es war auch die nächsten Tage so schön alle Leute wieder zu treffen und zu quatschen. Wem ist was passiert? Wie wurde was repariert? Und wir haben viel Bewunderung dafür bekommen, dass wir fast 6 Tage von Hand gesteuert haben. Alle anderen haben sich ja voll auf die Autopiloten verlassen. Nur zwei Boote hatten da mehr Pech, sie mussten ab Tag 1 von Hand steuern.
Am Abend gab es für alle eine Sunset Evening Cruise auf drei großen Booten und wir haben natürlich das Partyboot erwischt mit DJ, Rumpunch und Bier. Schöne Stimmung lustige Gespräche, Tanz, einfach ein toller Abend!
Wir haben alle mit dem Boot Canopus aus UK mitgefiebert. Sie hatten zuerst eine Want verloren und notdürftig repariert. Ab dann mussten sie motoren. Dann ist die zweite Want geflogen und jetzt war die große Angst, dass der Mast herunterkommt. Gleichzeitig ist ihnen der Diesel ausgegangen. Ein anders Boot von unser Rally hat ihnen Diesel in Kanistern auf See übergeben können. Als sie endlich da waren, ist Alex gemeinsam mit drei Dinghis ihnen entgegengefahren und wir am Steg haben sie ebenfalls laut und innig begrüßt. Sie waren ja mit zwei Kindern unterwegs und haben vor Erleichterung geweint, als sie da waren. Dabei ist die Frau eine sehr erfahrene Seglerin und hat schon 20-mal den Atlantik überquert.



Am Sonntag war Boot putzen angesagt und am Nachmittag wollten wir in die Stadt. Der Taxifahrer hat uns davon abgeraten da am Sonntag nichts los ist und hat uns an den Strand in ein herrliches Lokal gelotst. Ich habe ihn gleich gefragt, ob er mit uns eine Inseltour machen würde und mit ihm für Dienstag den Preis verhandelt.
Montag früh ist Elina angekommen und dann ging es in die Stadt St. George, angeblich einer die schönsten Städte hier. Nichts sehr groß, sehr bunt und wahnsinnig viel los auf der Straße. Vor 14 Jahren war hier ein Hurricane, die Wunden davon sieht man bis heute. Vor allem sind einige schöne alte Häuser nicht wieder aufgebaut worden, da das Geld dafür fehlt. Drei Kirchen, die alle zu waren, hügelig, freundliche Menschen. Zum Schluss sind wir noch ins Nationalmuseum gegangen, das aus drei kleinen Räumen besteht. Einer war über die Sklavenzeit, einer Geschichte uns ein Raum über die Schönheitsköniginnen der Insel.





Kurzer Ausflug in die Geschichte Grenadas:
Grenada war zuerst von den Arawak besiedelt und später von den Kariben. Bei Völker wurden durch die Franzosen im 17. Jhdt. ausgerottet. Ursprünglich hat Columbus die Insel entdeckt. Die Spanier hatten aber keinen Stützpunkt errichtet und wurden schließlich von den Engländern bis 1609 abgelöst. Dann kamen die Franzosen und gründeten die erste Niederlassung am heutigen St. George. Sie nannten die Insel auch La Grenade. Nach einem 7-jährigen Krieg wurde es wieder von den Briten erobert. Es begann hauptsächlich Zuckerrohranbau und über die Jahre wurden zigtausende Sklaven aus Afrika hergebracht. Nur wenig Familien hatten hier große Farmen und eine davon allein besaß über 1.000 Sklaven. Es wurde verstärkt Kakao und Zuckerrohr angebaut. Auch gab es Sklavenaufstände. Jedoch erst 1833 schaffte das britische Parlament die Sklaverei ab. Dabei wurden die Sklavenhalter von Groß Britannien großzügig entschädigt, die Sklaven erhielten nichts, auch kein Land. So blieben viele bei den ehemaligen Sklavenhaltern und auch in großer Armut.
Erst 1974 wurde Grenada vollkommen unabhängig, Premierminister war Eric Gairy. 1979 gab es einen marxistischen Putsch und Maurice Bishop kam an die Macht. Er wollte sowohl zu den USA aber auch zur Sowjetunion und Kuba gute Beziehungen. 1983 kam es erneut zu einem Umsturz. In der Folge starteten die USA eine Invasion, bei der die Regierung wiederum gestürzt wurde. Seither hat sich eine Demokratie entwickelt. Nach Auskunft unserer Führer scheint die Bevölkerung auch recht zufrieden mit der derzeitigen politischen Situation zu sein.
Ein weiterer Einschnitt für Grenada war der Hurrikan Ivan, der die Insel im Jahr 2004 heimsuchte. Viele Gebäude wurden zerstört und die Schäden sind bis heute sichtbar.
Nun zurück zu unserer Woche in Grenada.
Dienstag haben wir mit einem Taxifahrer eine Rundfahrt über die Insel gemacht. Angesagt war ein See, der in einem Vulkankrater entstanden ist, Führung durch eine Schokoladefabrik, Einkaufen von Gewürzen und Schwimmen bei einem Wasserfall. Unser Fahrer hat uns auch viele Pflanzen erklärt und gezeigt. Alles in allem sehr schön und interessant. Als wir Hunger bekommen haben, har er uns zu einem seiner Freunde in ein Lokal geführt und wir hatten einfaches, aber köstliches Mittagessen. Insgesamt sind die Menschen hier besonders freundlich und friedlich. Ca 100.000 Menschen leben auf der Insel, die die Größe von Wien hat. Die Mitte ist nach wie vor von Regenwald bedeckt. Aber es gibt auch viel Landwirtschaft in Form von Bananen, Muskatnuss, Mangos und Kakao.
Mittwoch war Provisioning angesagt. Wieder mit unserem Fahrer Michal. Emil und Elina haben sich geopfert zu helfen. Also los mit dem Taxi zum Supermarkt und dann ging es los die notwendigen Sachen zu suchen. Grenada muss ja fast alles importieren aber der Supermarkt war sehr gut sortiert. Endlich wieder gutes Obst und Gemüse. Wir waren ja ganz flott unterwegs, bis es zum Zahlen an der Kasse kam. Was die zwei Damen dort genau gemacht haben, war unklar, aber es ging nichts und nichts weiter. Hinter uns haben sich die Leute schon aufgeregt aber nach ein paar Tagen Karibik waren wir schon sehr gechillt, uns hat nichts aufgeregt.
Abends waren wieder Drinks angesagt. Diese Segelgemeinschaft ist schon etwas besonders, so nette hilfsbereite und interessante Menschen! Jeden Abend gute Gespräche. Ja auch Live-Musik gab es fast jeden Abend.
Donnerstag habe wir, leider ohne Alex einen weiteren Ausflug gemacht. Nutmeg Museum, sehr interessant und die zweitgrößte Einkommensquelle in Grenada nach dem Tourismus. Anschließens sind wir nochmals zu einem Wasserfall, aber diesmal war eine Wanderung angesagt. In unserem Bus waren lauter Leute, die recht unsportlich ausgeschaut haben und auch nicht wirklich richtige Schuhe anhatten. Ja und genauso war es dann auch. Sie konnten weder gehen und schon gar nicht mit den Flip-Flops. Der Führer hat die Problemfälle quasi durch den Wald gezogen. In Wahrheit war es ein kurzer Spaziergang. Der Wasserfall dann aber traumhaft und wir sind alle sofort schwimmen gegangen!
Alex hat am Boot weiter repariert. Immerhin, mit Hilfe von Andreas Gaber – einem der weiteren Österreicher von der schönes Oyster Yacht „Salta“ war schon der Autopilot, die Badeleiter und auch der Verklicker repariert, bzw. montiert. Nur die Rigger haben uns hängen lassen, sodass die Befestigung für das Parasail noch immer fehlt. Wie ihr seht, bin ich nicht für die technische Berichterstattung zuständig.
Am Abend gab es dir große Abschiedsparty mit Buffet und Live-Musik. Dazu wurden wir in Bussen nach Prickly Bay in den Süden geführt. Preise wurden vergeben und alle wurden in Wirklichkeit gefeiert. Diesmal waren wir nicht am Stockerl, es hat mit unser vorsichtigeren Strategie nur für den 6. Platz gereicht. Vielleicht erzählt Valentin noch mähr davon. Nochmals gute Gespräche mit den neuen Freunden und die ersten Verabschiedungen. Auch irgendwie traurig, dass sich diese Gemeinschaft jetzt auflösen muss. Leider ist Valentin plötzlich sehr krank geworden. Fieber und Schüttelfrost. Daher kam auch noch kein Blog für die letzten zwei Wochen. Wir hoffen, es geht ihm bald wieder besser.
Freitag: Es geht wieder los! Eine letzte Runde der Verabschiedungen und wir sind gerade auf dem Weg nach Carriacou. Dort haben wir für heute Abend einen Platz im Lobster Restaurant reserviert. Noch fahren wir bei Grenada entlang. Der Wind ist extrem wechselhaft. Alle sind happy wieder am Wasser zu sein!
Ja so weit so gut war der Vormittag, als ich noch frohen Mutes geschrieben habe. Um drei Uhr wollte ich mir ganz gemütlich einen Kaffee machen und was sah ich: Wasser in der Küche. Der ganze Boden voll. Unter den Bodenbrettern in der Küche alles voll. Und das bei starkem Wind. Nun ging die Suche los. Woher kam das Wasser? Wir haben ausgepumpt auch mit dem Staubsauger, einige Ventile geschlossen, die leider noch offen waren. In unserem Bad ist das Wasser gar nicht mehr abgeronnen und alles ist übergegangen. Wir konnten die Quelle nicht finden, haben uns aber eingeredet, dass es irgendwann nicht mehr wurde. Nach der Aufregung habe ich mir gedacht: So, jetzt der Kaffee. Was war: Strom geht nicht mehr. Kein Internet, kein Herd, gar nichts. Wir haben auch nichts mehr gefunden.
In der Zwischenzeit ist es dunkel geworden und wir hatten in einer kleinen Bucht in einem Lokal reserviert. Wir kommen also in die Bucht, alles dunkel, man sieht eine Hütte und nördlich davon eine Taschenlampe blinken. Dort sollen wir mit dem Dinghi hinfahren. Also geankert, Dinghi heruntergelassen mit dem Seilzug (das wisst Ihr ja noch nicht aber die Hydraulik vom Dinghi ist auch kaputt). Motor montiert, Dieseltank ins Dinghi und: Das Dinghi ist undicht und halbvoll mit Wasser.
Es war recht abenteuerlich in der Dunkelheit mit halb abgesoffenem Dinghi auf einen Strand zu fahren, den man nicht sieht. Elina hat geglaubt ihr letztes Stündchen hat geschlagen und ich habe auch gefunden, dass die Atlantiküberquerung nicht halb so wild war! Aber wir wurden belohnt. Die Bucht ist nur mit dem Schiff zu erreichen, es steht genau eine Hütte da und wir waren die einzigen Gäste. Es gab herrlichen Hummer, Hühnchen und Fisch. Dazu Pinacolada und Rumpunch. Und das alleine in einer schönen Bucht!



Samstag: Aufwachen in der Früh, gleich ins Wasser springen ganz wunderbar. Die „Gryps“ mit Lotti und Frank (auch eine der sehr netten Crews der ARC+) ist später auch gekommen. Wir waren schnorcheln und sind zu Mittag zur nächsten Insel „Union Island“ gesegelt. Auch hier ein traumhafter Strand, ein Mini Hotel, das gerade nach dem letzten Hurricane wieder aufgebaut wird und schönes Schnorcheln. Abends wieder eine abenteuerliche Fahrt mit dem Dinghi zum Hotel, diesmal wussten Elina und ich aber, dass wir überleben werden. Dann ein ganz köstlichen Abendessen.



Sonntag: Valentin und ich sind eine Stunde schnorcheln gewesen und haben viele tolle Fische uns Korallen gesehen. Wir warten noch auf Alex, da wir hier ja wieder einklarieren müssen und dann geht es weiter auf die Tobago Cays ins nächste Schnorchelrevier!
Autor: Jennifer

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