Crew: Valentin, Emil, Jennifer, Alex
Im Voraus möchte ich über diese Woche sagen, dass wir nicht sehr viel gesegelt sind und uns eher entspannt haben. Deswegen wird es diese Woche ein wenig kürzer sein als üblich. Trotzdem hoffe ich, dass es euch gefällt und, dass ich euch ein wenig informieren und unterhalten kann.
13. Oktober
Begonnen haben wir die Woche mit einer Entspannung. Es war sehr angenehm nach der schwierigen Überfahrt auf Land zu schlafen und einmal für eine zeitlang nichts zu tun. Der Montag war Putztag. Unser Plan war, am Montag zu putzen, am Dienstag die Insel oder die Stadt zu erkunden und am Mittwoch Mittag/Nachmittag wieder zu fahren. Bevor wir mit dem Putzen angefangen haben sind wir brunchen gegangen. Unser Liegeplatz in der Marina gab uns nicht nur eine ganze Reihe von guten Restaurants sondern auch eine Karte mit der wir in den Swimmingpool von einem dieser Restaurants/Hotels gehen konnten. Wir haben dort gebruncht um den Pool und das Essen zu inspizieren.
Danach ging es an die Arbeit. Ich habe vor allem das Deck geschrubbt (es ist halt meine Lieblingsarbeit). Nachdem ich fertig war, sind meine Mutter und ich noch schnell zum Pool gegangen und haben dort herausgefunden, dass er bereits um 3:45 schließt. Sehr spannende Öffnungszeiten. Wir haben also die 45 Minuten gut ausgenutzt und wurden praktisch direkt danach rausgeschmissen. Am späteren Nachmittag hat mir mein Vater auch ein (sehr giftiges) Chromstahl Putzmittel gegeben und ich habe all das versalzte und verkalkte Stahl an Deck geputzt. So ist der Tag auch relativ schnell vergangen.
Am Abend sind wir in ein indisches Restaurant gegangen. Ich hatte (eigentlich) immer schon eine hohe Toleranz gegen Schärfe aber ich habe seit einiger Zeit nichts wirklich Scharfes gegessen. Leider ist mir das nicht eingefallen als mich der Kellner gefragt hat ob ich tatsächlich scharf haben möchte. Es war ziemlich voll als wir gekommen sind und es hat einige Zeit gebraucht, bis wir unser Essen hatten aber ja es war definitiv scharf. Es hat sehr gut geschmeckt aber davon kann ich euch nicht wirklich viel erzählen, da es so gebrannt hat. Danach ging es ab ins Bett.
14. Oktober
Wir hatten vor an diesem Tag ein Auto auszuleihen und ein wenig die Insel zu erkunden. Im Prinzip war der Plan ganz einfach. Wir werden einfach ein Auto beim Verleih in unserer Marina mieten und damit alle Touristen Attraktionen, welche wir im Internet finden können und welche interessant erscheinen abklappern bis wir nicht mehr können.
Ich wurde geweckt und es ging praktisch sofort los. Wir haben auch die Drohne und Strandsachen mitgenommen im Falle, dass wir einen Strand finden. Als mein Vater uns mit dem Auto vom Boot abgeholt hat, musste ich ziemlich lachen. Es war klein. Nicht schlimm klein aber definitiv zu klein für uns alle. Fiat 500! Wir haben es irgendwie geschafft uns da rein zu schlängeln ohne zu sehr unsere Hälse zu verdrehen. Unser erstes Ziel war der schwarze Strand und die Salzfelder.


Die jeweiligen Fahrten zwischen den Attraktionen waren ziemlich kurz und deswegen mussten wir zum Glück wirklich nicht lange in dem Auto sitzen. Der Strand war wie angepriesen schwarz. Die Entstehungsgeschichte war fast interessanter. Hinter dem schwarzen Strand ist eine Lagune, in der mehrere Salzfelder angelegt waren. Mein Vater hat gemeint, dass dies einer der wichtigsten Salzanlagen überhaupt ist. Anscheinen ist ein Vulkan kurz vor dem Strand ausgebrochen und hat die Lagune geformt. Der schwarze Sand am Strand ist das gekühlte Gestein vom Vulkan. Wir sind auch ein wenig mit der Drohne geflogen aber es gab ein Schild, welches dies verbat und so mussten wir sie aus dem Himmel nehmen (ein paar Aufnahmen konnten wir trotzdem schießen).
Unser nächstes Ziel war „El Golfo“. Die Überreste eines Vulkans der nicht nur eine unglaublich aussehende Grube hinterlassen hat, aber auch ein Becken gebildet hat, in dem eine spezielle Algenart sich angesiedelt hat. Diese Algen färben das Wasser giftgrünlich (wenn es Sonne hat). Der Vulkan ist anscheinend kurz vor dem Strand unter Wasser ausgebrochen und so hat die Explosion und die Hitze gemeinsam mit dem Wasser eine sehr interessante Felsformation hinterlassen (welche ich persönlich spannender fand als das grünliche Wasser). Das Wasser hat auch tatsächlich nichts mit dem Vulkan oder dessen Ausbruch zu tun. Auf jeden Fall ein sehenswertes Ziel.

Danach sind wir mitten durch die Wüste, welche die ganze Insel bedeckt, zu unserem nächsten Ziel gefahren: Vulcân el Cuervo. Ein Vulkan der nicht allzu hoch ist und zu dem man hinwandern kann. Keine weite Wanderung aber in der Hitze um 12 Uhr hat es sich definitiv weit angefühlt. Der Vulkan war sehr interessant anzuschauen und man kann auch in den Krater hinein. Ebenfalls definitiv sehenswert.




Mein Vater hat uns zum Frühstück nur ein paar Croissants gekauft und ich habe meines bereits gegessen. Da es für die anderen bereits zu spät zum frühstücken war haben wir uns nach dem Vulkan dazu entschieden etwas zum essen zu suchen. Hat ein wenig gedauert aber irgendwann haben wir eine Tapas Bar gefunden, welche nach dem Riesen „Gulliver“ benannt war. Das Essen war erstaunlich gut und das Lokal sehr herzig.
Wir hatten nur noch eine offizielle Attraktion auf der Liste. Der Kaktuspark. Es gibt nicht wirklich viel dazu zu sagen um ehrlich zu sein. Es war ein Park mit Kakteen. Mir hat das tatsächlich fast am meisten gefallen. Wahnsinn was für Farben und Formen Kakteen haben können. Sehr spannend.









Danach sind wir einkaufen gegangen, da wir ja am Mittwoch los nach Gran Canaria wollten. Danach mussten wir praktisch einmal die ganze Insel hinunter um unsere letzte Attraktion zu sehen: Den Papagayo Strand. Ich wusste das zu der Zeit nicht aber anscheinend ist das einer der beliebtesten Strände überhaupt. Nach einer Stunde fahren standen wir also vor einer absoluten Schotter Straße die zu diesem mystischen Strand führt. Es hat fast 20 Minuten gebraucht bis wir diese buckelige und auch gefährliche „Strasse“ überquert haben und den Strand gefunden haben.



Dieser war zum Glück nicht allzu voll und wir haben uns schnell ins Wasser getunkt. Wir waren wirklich nicht lange dort aber ich kann verstehen, warum es einer der beliebtesten Strände überhaupt ist. Er ist definitiv sehr nett und schön.
Über die Schotter Straße haben wir dann endlich unseren Weg nach Hause gefunden.
15. Oktober
Heute haben wir wirklich nicht viel gemacht. Wir haben eigentlich geplant heute loszufahren aber mein Vater hat das Oxley, welches ja kaputt gegangen ist, zur Reparatur abgegeben. Das Oxley war sehr schnell und einfach repariert aber das echte Problem war der Socken. Wer sich aus dem letzten Post erinnern kann weiss bestimmt noch, dass der Socken zuerst gerissen ist. Dieser ist anscheinend schwierig zu reparieren. Ausserdem wurden wir informiert, dass der Grund für den Bruch des Segels anscheinend ganz bei uns lag, da wir es falsch geborgen haben. Naja auf jeden Fall etwas dazugelernt.
Der Segel Mechaniker, welcher unser Segel genäht hat, hat uns einen anderen Socken mitgegeben, der leider zu klein ist aber vorerst zumindest ausreicht. Also haben wir das Segel so eingepackt und den anderen Socken mitgenommen und erst mal eingepackt als diese dann später am Tag gekommen sind.
Ansonsten ist an dem Tag nicht viel passiert. Am Morgen haben wir an Bord gebruncht und am Mittag sind wir als Familie zusammen an den Pool gegangen. Am Pool habe ich vor allem gelesen und nach 20 Minuten schwimmen habe ich mich hingelegt und habe glaube ich mindestens 1 Stunde geschlafen. Danach sind wir zurück an Bord und haben dort ein wenig herumgefaulenzt.
Naja und dann irgendwann sind wir zum Abendessen gegangen. Wir haben uns entschieden es uns an dem Abend richtig gut gehen zu lassen und sind nach dem Abendessen in „The Flagship“ gegangen und haben dort die Live Musik genossen. Leider war es Country Musik und ich bin nicht wirklich ein Fan davon. Erstaunlicherweise haben alle Briten mitsingen und tanzen können. Es war definitiv nicht meine Altersgruppe aber ich hatte trotzdem ziemlich Spass mit meinem Bruder. Um 12 Uhr hat dann die Bar zugemacht. Meine Eltern sind daraufhin zurück ins Boot während Emil und ich noch ein wenig Party machen gegangen sind. In die Details des Abends muss man nicht gehen aber wir sind relativ spät erst zurückgekommen (um halb).
16. Oktober
Die Fehler des Vorabends wurden an dem Tag auf jeden Fall bemerkt. Um 13: 15 haben wir abgelegt. Dies hat ganz gut funktioniert und wir hatten keine große Komplikationen. Zu Marina Rubicon kann man abschließend sagen, dass sie sehr einladend war und auch sehr gute Facilities bietet. Die Insel selber ist relativ karg aber man kann sich auf jeden Fall ein paar Dinge anschauen.
Die Wettervorhersage hat gemeint wir werden einen angenehmen Wind aus dem Norden (350-355°) haben werden und uns eine Strömung von Nord nach Süd begleiten wird. Wir haben uns dazu entschieden die Strecke wieder für eine Übung zu nutzen. Dieses Mal werden wir keine Peilungen machen um unsere Position auf der Karte zu bestimmen aber wir werden die GPS Daten ablesen und unsere Positionen alle 3 Stunden auf der Karte eintragen, sowie der Punkt an dem wir glauben das wir sein sollten (also ohne Wind und Strömung). Daraufhin haben wir den Kurs entsprechend geändert. Noch dazu werden wir ohne Plotter oder AIS fahren. Wir hatten einen konstanten Kurs von 240-250 Grad gefahren und so mussten wir nichts an irgendwelchen Einstellungen ändern. Wir sind Gross Segel und Genua voll ausgefahren, da der Wind nur zwischen 7 und 8 Knoten betrug und wir sind bescheidene 5-7 Knoten gefahren.
Ich kann euch leider nicht viel vom Tag erzählen, da ich direkt nachdem wir abgelegt haben, mich hingelegt habe. Ich habe gehört, dass ein paar der netten Leser hier meinen, dass ich am meisten zu schlafen scheine und ich möchte sagen, dass der Schlaf ein großer Teil meines Lebens ist (so wie das Essen) und so bleibt der mir sehr gut in Erinnerung. An dem Tag hab ich allerdings wirklich ausserordentlich viel geschlafen, aufgrund der Ereignisse der Nacht.
Aufgeweckt wurde ich dann wieder um ungefähr halb 7 glaube ich. Wir haben scrambled eggs mit einen Salat gegessen aber ich hab nicht viel davon runterbekommen. Die Welle war im Vergleich zur Überfahrt von Gibraltar sehr sehr angenehm. Man hat kaum gespürt, dass man auf einem Boot war (meine Mutter meinte so könnte das auf jeden fall während des Kochens immer sein). Nach dem Essen hab ich mich wieder hingelegt. Zwar hab ich nicht geschlafen aber definitiv bis 2100 Uhr geruht. Meine Schicht war ziemlich langweilig. Wir haben das Bimini heruntergeklappt, da wir den Stoff nähen lassen mussten. Dies haben wir beim selben Segelmacher machen lassen, der sich unser Oxley angeschaut hat. Wir haben uns dazu entschieden das Bimini unten zu lassen, damit wir die wunderschönen Sterne direkt aus dem Cockpit beobachten können. Das Meer hat schön mit Bioluminescenz geleuchtet und die Sterne waren ebenfalls wunderbar. Mein Vater war auch oben und hat tief und fest geschnarcht. Der Wind hat langsam nachgelassen und nach meiner Schicht hat mein Vater den Motor eingeschaltet. Ich habe meine Schicht pünktlich beendet und alle informationen eingetragen.


17. Oktober
Wie gesagt hat mein Vater relativ bald nach Mitternacht den Motor angemacht und wir sind den Rest bis zum Hafen von Las Palmas motort. Ich wurde früh aufgeweckt, da wir praktisch bereits im Hafen waren. Allerdings hat mein Vater dann gefragt, ob wir den Toilettentank entleert haben und eine trunkene Erinnerung an einen Toilettengang um 4 Uhr morgens hat sich in mir geregt und so mussten wir wieder eine halbe Stunde aus dem Hafen fahren um den Tank zu entleeren und zu spülen. Danach ging es in den Hafen.

Nach einiger Warterei am Wartepontoon wurden wir endlich zu unserem Liegeplatz gewiesen. Die Marina ist tatsächlich nicht sehr schön. Sie ist gewaltig und sie hat Facilities, die man auf jeden Fall verwenden kann aber sie ist nicht die sauberste und sie ist nicht am besten hergerichtet. Was allerdings super ist, ist das es einen Club direkt am Hafen gibt, welcher ein Gym, einen Swimming Pool und eine „Study area“ mit Wlan hat. Für diesen muss man extra zahlen aber Emil und ich haben und jeweils für 3 Wochen angemeldet und wir glauben, dass es sich auf jeden Fall lohnen wird.
Um 16 Uhr ungefähr haben wir uns auf die Suche nach Restaurants gemacht, welche den Geburtstag von mir, meinem Bruder und meinem Vater hosten könnten. Uns wurden von unseren Nachbarn in Rubicon ein paar Restaurants empfohlen und wir sind zu einen von denen gegangen. Es war eine sehr nett und heimelig eingerichtete Steak Bar mit beschriebenen Wänden und einer sehr spannenden Einrichtung. Wir haben uns dazu entschieden einfach dort zu essen, da die ganzen Spanier auch dort gegessen haben. Wir haben uns wirklich Mühe gemacht differenziert zu bestellen aber sobald der Patron uns die Bestellung abnehmen wollte, hat er angefangen uns Tipps zu geben bis er uns am Ende dazu überzeugt hat tatsächlich einfach eine riesen Fleischplatte zu viert zu bestellen. Wir hatten keine andere Wahl. Es hat sehr sehr gut geschmeckt und es wurde schon entschieden, dass wir noch einmal dort hingehen werden aber es schien nicht das richtige für unseren Geburtstag.
Daraufhin sind wir zu unserer zweiten möglichen Location in einem sehr schönen Hotel gegangen. Dort haben wir nach einiger Diskussion eine Möglichkeit für Samstag Abend bekommen. Wir haben den Abend abgeschlossen indem wir uns die Rooftop Bar des Hotels ebenfalls noch einmal angeschaut haben. Also für alle, die das hier lesen und vor haben zu unserem Geburtstag zu kommen, ihr könnt euch auf was gefasst machen.


Danach sind wir zurück aufs Boot und haben noch „The Fugitive“ angeschaut und sind schlafen gegangen.
18. Oktober
An diesem Tag ist ebenfalls nicht wirklich viel passiert. Emil und ich sind um 8 Uhr aufgestanden um das Gym auszuprobieren. Daraufhin haben wir herausgefunden, dass der Club erst um 9 Uhr am Wochenende aufmacht. Also haben wir eine Stunde gewartet. Als wir dann reingelassen wurden haben wir trainiert, sind eine Runde schwimmen gegangen und haben uns abgeduscht (die Duschen dort sind definitiv besser als bei der Marina selber).
Ich bin leider immer noch kein Morgenmensch und früh aufstehen um zu trainieren ist für mich auf jeden Fall keine Dauerlösung. Ich war danach den ganzen Tag lang müde und meine Energie war am Boden. Ich hab mich zwar super gefühlt aber so kann ich nicht mit mir umgehen. Ich habe aber meine Mutter noch mit Emil zusammen in ein Aquarium begleitet. Es war sehr schön und interessant dort wobei die Informationstafeln bei manchen Tieren wirklich spärlich waren. Ich bin beim Schauspiel des Hai Aquariums fast eingeschlafen. Wir sind mit meiner Mutter ins Gym gegangen und sie hat sich ebenfalls für drei Wochen dort angemeldet. Danach sind wir wieder an Bord gegangen und ich habe mich wieder ein wenig entspannt. Es war wieder ein sehr fauler Tag.



Am Ende des Tages sind wir in das Restaurant, welches am Hafen lag gegangen. Wir waren die Ersten dort, da die Spanier anscheinend erst um 21 Uhr Abendessen gehen und das Restaurant war immer noch leer als wir gegangen sind. Wir waren alle ziemlich fertig und sind früh schlafen gegangen.



So geht eine recht ruhige Woche zu Ende. Wir werden noch drei Wochen in der Marina sein, bevor die ARC+ 2025 Regatta losgeht. Da wird am Boot gebastelt und hergerichtet bzw. repariert. Ob das so spannend wird, kann ich noch nicht sagen, aber wir werden darüber berichten und ihr entscheidet selbst.

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