Tobago Cays bis Martinique 14.12. bis 20.12.

Crew: Alex, Jenny, Emil, Elina, Valentin

Autorin: Jenny

Ganz gemütlich begann unser nächster Trip nach Tobago Cays. Wir wussten zwar, dass es dort eher voll sein wird, aber es sollte dort so schön sein und so gut zum Schnorcheln, dass wir es uns nicht entgehen lassen wollten. Nach einiger Überlegung haben wir uns auf einen Ankerplatz zwischen zwei Inseln geeinigt, da dort auch nur zwei Schiffe waren. Nette kleine Inseln mit Sandstränden und da wir am Abend angekommen sind wunderschöne Farben. Wir wurden gleich von einem Boat Boy – eher ein älterer Seebär – auf eine Boje gelotst und zum Hummeressen überredet. Und wir haben sofort einige Schildkröten gesehen. Gerade die Insel, vor der wir an der Boje lagen ist „das“ Schildkröten Gebiet. 

Valentin und ich sind sofort ins Wasser und zur Insel geschwommen und haben viele Schildkröten und einen riesen Stachelrochen gesehen. Die Begeisterung war groß! Auch Frank und Lotti von der Gryps waren neben uns. Zum Abendessen wurden wir mit dem Boot abgeholt und auf die nächste Insel gebracht. Der Hummer war ausgezeichnet aber eigentlich ganz gleich und mit denselben Beilagen wie beim ersten Hummer. Alex hat später nachgelesen, dass die Hummer angeblich alle tiefgefroren von wo anders kommen und alles ein Schmäh ist.  Wie auch immer wir hatten mit der Gryps einen schönen und lustigen Abend. Es würde leider der letzte Abend mit unserem Buddy Boat werden.

Der Boat Boy fährt uns zum Hummer Abendessen am Beach

Montag früh sind Alex und ich auf eine andere Insel mit dem Dinghi und auf den Hügel gewandert. Herrlicher Ausblick auf die gesamten Tobago Kays.

Blick auf die Inselgruppe Tobago Cays

Die Tobago Cays sind ein Naturschutzgebiet – also angeblich, am Papier. Was sich in den nächsten Stunden abgespielt hat, war unbeschreiblich. Es ist Boot um Boot hereingekommen. Dazwischen die Motorboote der Boat Boys. Alle haben sich auf die Schildkröten gestürzt und sind mit Schnorcheln ins Wasser. Oder haben sich gegenseitig mit den Dinghis behindert, sind damit an den Strand an dem man angeblich nicht mi dem Dinghi darf. Wir haben beschlossen rasch zu fahren, wollten aber vorher auch noch schnorcheln. Was soll ich sagen. Alle Korallen tot, kein einziger Fisch. Vielleicht weiter draußen, aber da war zu viel Wind. Es war niederschmetternd und wir haben so schnell wie möglich das Gebiet verlassen und sind auf die nächste Insel Canouan geflüchtet.

Dort gibt es eine schöne Marina über die wenig herauszufinden war, die angeblich sehr teuer ist (unter uns, ganz normale kroatische Preise).  Die Marina ist steril – fast künstlich wirkend, mit Hafenpromenade, schöner Gartenanlage und absolut leer! Am Abend waren gerade mal 4 Boot in der ganzen riesen Marina. Eine Wohltat nach den Tobago Cays. Eine verkehrte Welt. Man muss in eine Marina flüchten, um seine Ruhe zu haben.

Ruhige Marina und wir da fast alleine.
Rundum Blick auf die Marina

Canouan hat aber auch so seine Eigenheiten. Zwei Milliardäre haben sich die Insel aufgeteilt. Einem irren Irischen Milliardär gehört die Marina (Sandy Lane Marina) und der Flughafen, dazwischen liegt der einzige Ort und der Nordteil der Insel mit Golfplatz, Luxushotel und einigen Chalets gehört einem englischen Milliardär. Angeblich ist die Marina immer leer und wir haben uns gewundert, wie das alles funktionieren soll. Gar eine große Geldwäsche Maschine? Alex und ich sind am Nachmittag noch zum Pool. Wunderschön, direkt am Strand und haben beschlossen wir bleiben noch einen Tag länger. Auch die Kinder waren sehr einverstanden. 

Dienstag waren wir in der Promenade brunchen. Alles extrem amerikanisch und schweineteuer. Aber auch ein köstlicher Brunch! Danach ging es in den Ort. Canouan wurde im August 2024 vom Hurricane Beryl getroffen und 90% der Gebäude waren total zerstört. In einer Hütte hatten wir eine kleine Führung mit Fotos dazu. Der Ire ist auf jeden Fall gleich mit Material und 21 rumänischen Arbeitern gekommen, um den Ort wieder aufzubauen und es hat auch schon wieder ganz gut ausgeschaut. Die Menschen dort arbeiten also entweder für den Iren oder den Engländer und scheinen eigentlich recht zufrieden mit der Situation. Wenigstens wurde die Sklaverei Mitte des 19. Jahrhunderts abgeschafft.

Mittwoch sind wir weitergefahren zur Insel Bequia. Eine große Bucht mit vielen Schiffen, aber irgendwie kam es uns da gar nicht so voll vor. Beim „Einparken“ an der Boje hat dann plötzlich das Bugstrahlruder nicht mehr funktioniert. Alex ist dies zwar schon beim Anlegen in Grenada aufgefallen, aber da haben wir dann nicht weiter darüber nachgedacht. Wir hatten zwar Hilfe von einer Einheimischen Didi, die selbst 20 Jahre auf einem Boot gelebt hat, aber ohne das Bugstrahlruder war es nicht so einfach. Nachdem unser Dinghi sich nicht nur mit Wasser gefüllt hat, sondern auch der Motor des Dinghis nicht gut funktioniert hat, haben wir uns von Didi an Land bringen lassen. Ein sehr netter Ort, eine schöne Bucht mit tollem Strand. Wir haben zunächst den komplizierten Behördengang erledigt – also ausgecheckt für den nächsten Tag und sind auf den Strand. Und diesmal tolles Schnorcheln mit Emil und Valentin. Wir haben wahnsinnig viel gesehen. Auch Muränen und Wasserschlangen. Danach auf Empfehlung in Jacks Bar Abendessen – war auch hervorragend!

Donnerstag sind Alex und ich am Schiff geblieben. Alex hat es geschafft den Dinghi Motor zu reparieren, war wieder nur Dreck! Ich habe vorgekocht, da wir eine Nachtfahrt vor uns hatten. Der Grund war das komplizierte Aus- und Einklarieren wenn man in ein anderes Land fährt. Und das geht zwar mit App elektronisch – aber es muss dann trotzdem physisch alles wiederholt und natürlich bezahlt werden. Oft eine stundenlange Prozedur. Mit der Nachtfahrt konnten wir in einem Rutsch Europa erreichen. Wie das? Martinique gehört u Frankreich und ist damit offiziell Teil der EU. Einklarieren war dort viel einfacher. Die Jung Mannschaft ist nochmals in den Ort gefahren.

Um 2 Uhr Nachmittags war dann Abfahrt Richtung Martinique. Einige Squalls, viel Regen in der Nacht bei 30 Knoten, da habe ich aber geschlafen. 

Freitag Vormittag sind wir in Martinique angekommen, in einer wunderschönen Bucht. Erste Versuche auf Französisch zu funken haben gleich super geklappt. Das heißt ich habe zwar gesprochen aber kein Wort verstanden, was die gesagt haben. Wieder an die Boje und dann gleich fertigmachen und in den Ort! Der Motor vom Dinghi geht ja wieder!

Wir setzen uns also in Dinghi und starten los. Der Motor stirbt ab, Alex müht sich ab und kann ihn wieder starten. Dann sehen wir es kommt immer mehr Wasser ins Dinghi. Es strömt nur so herein! Einer sagt: Ich glaube wir sinken!  In dem Moment bricht der Boden des Dinghis weg. Ich stopfe schnell alle Handys in den Rucksack. Alex ruft: Mein Schuh, mein Schuh! Valentin springt ins Wasser, um den Schuh zu finden. Emil springt ins Wasser, um das Dinghi zu ziehen. Elina hält drei Paar Schuhe und den Rucksack im Arm und versucht am Dinghi zu bleiben. Alex hält den Motor und den Benzintank fest und ich springe auch ins Wasser, um ebenfalls zu ziehen. Irgendwie schaffen wir es an Land. Alle sind komplett nass. Wir sehen uns an: Und jetzt? Wir sperren alles mit einem Schloss zusammen und gehen zum Hafen, um uns anzumelden.  Wir triefen alle, Alex hat nur einen Schuh. Bei der Anmeldung schildern wir unser Unglück und die Burschen dort sind sehr nett und versprechen uns, dass sie uns helfen und später auf das Boot zurückbringen.

Danach beschließen wir: Na was wohl. Familie Wassermann geht essen. Wir betreten das nächste Lokal und Alex fragt nach einem Tisch. Die Kellnerin betrachtet ihn und sagt: So kommt ihr nicht hier herein! Dann lacht sie herzlich und gibt uns einen Tisch. Alle anderen schauen uns sehr befremdet an. Wir haben es aber lustig und essen wieder mal sehr gut. Danach geht es in den Supermarkt. Wir wollten Alex Flip-Flops kaufen, aber er scheint sich mit seiner Schuh Situation abgefunden zu haben. Dann bringen uns die Franzosen wieder an Bord, sehr nett und wirklich unglaublich hilfsbereit.

Samstag werden wir wieder abgeholt und besichtigen den Ort St. Pierre nun ausführlich. Start ist ein Frühstück in einem süßen Café. Mitte bis Ende des 19.Jhdt. war die Stadt ein riesen Handelszentrum, das wohl sehr schöne Häuser hatte. 1902 ist der Vulkan, der sich direkt hinter der Stadt befindet, ausgebrochen und hat nicht nur die gesamte Stadt zerstört, sondern auch fast allen Einwohnern das Leben genommen. Wir haben einige der Ruinen angeschaut. Es gab ein großes Theater, Gefängnis und Handelshäuser. Schöne Kirchen und Hafenanlagen. Alles verschüttet. Die Stadt hat sich nie mehr von der Naturkatastrophe erholt und ist auch heute noch recht klein. Wir waren auch im Museum der Stadt, sehr interessant. Spannende Exponate aus der Zeit vor und nach der Katastrophe. Hier wurden die Sklaven ebenfalls 1848 befreit.

Hier ein paar Eindrücke aus Saint-Pierre:

Den Nachmittag haben wir gemütlich an Bord verbracht, schwimmen, chillen, Kaiserschmarrn kochen. Heute wird noch das Boot fertig gemacht, denn morgen geht es sehr früh Richtung Antigua unserer letzten Station.

2 Kommentare zu „Tobago Cays bis Martinique 14.12. bis 20.12.“

  1. Sind ja froh für euch, dass Gut essen die Unbill aller Schäden doch einigermaßen kompensieren kann….Glück im Unglück. Das wünschen wir euch auch im Neuen Jahr. Mast und schotBruch und immer eine handbreit Wasser unter der Vision! Liebe Grüsse! Von allen Stoffels aus California wo es eigentlich nicht regnen sollte….


  2. Ich muss ja ehrlich sagen: die ständigen kleinen Maleure machen jede Episode noch spannender zu lesen. Euch nervt es sicherlich, logisch, aber nachdem alles immer gut ausgeht, bringt es schon viel Würze in eure Geschichten.

    Nur das Beste aus Pontresina.
    Kein Regen wie in Californien, aber leider auch sehr wenig Schnee.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert