Törn 6 – ? to ?

Also, wie ihr ja unserem letzten Blog der Woche wisst, sind wir gar nie in Mahon angekommen, sondern die Woche ging in Sardinien zu Ende. In Calasetta. Also planen wir Törn 6 von Calasetta nach Mahon? Nein, unser Plan ändert sich, wie auch unsere geplanten Crews. Daher:

Törn 6 – Calasetta to Alicante

(oder vielleicht doch nicht)

(Crew: Alex, Alex, Jennifer, Mona, Valentin)

21. September

Da wir noch bis Montag gewartet haben bis wir endlich einen Blick auf den Motor geworfen bekommen haben, begann der Tag mit einer Diskussion was genau wir heute tun werden. Meine Mutter hat die größte Stadt in der Nähe, St. Antiocco, recherchiert und hat beim frühstücken auf einmal gesagt, dass wir noch 20 Minuten hätten bis der nächste Bus kommt und alles andere keinen Sinn ergibt. Also sind wir (Mama, Papa, Adrian und ich) direkt los und nach St. Antiocco. Auf den ersten Blick eine sehr unscheinbare Stadt aber wenn man genauer hinschaut dann findet man immer noch eine unscheinbare Stadt. Wir haben allerdings eine interessante Attraktion gefunden. Es gab eine Tour, welche insgesamt 4 verschiedene Monumente umfasst hat (Die Nekropolis, die Akropolis, das Museum, die Höhlen und der Turm). Wir haben uns also für die Tour angemeldet und haben dann prompt herausgefunden, dass alles auf italienisch ist. 

Wie auch immer es war nicht umsonst, weil ohne der Tour wären wir nicht in die verschiedenen Gebäude gekommen und manche von denen hatten auch englische Pamphlets für uns. Die Tour war insgesamt ziemlich interessant. Anscheinend waren die Einwohner der Insel Antiocco aus mehreren verschiedenen großen Imperien und diese haben alle aufeinander gebaut. So ist es schwierig zu sagen wo genau welche Ausgrabung herkommt. Das spannendste war für mich persönlich die Geschichte des Turms, welcher irgendwann im 19. Jahrhundert als Verteidigung der Einheimischen gegen Barbaren aus Algier errichtet wurde. Die gesamte Geschichte des Turms und dessen, nun ja, unnütze ist sehr gut dokumentiert. 

Auch sehr interessant waren die Wohnungen der Ureinwohner der Insel. Die Menschen haben in Höhlen und Bunkern unter der Erde gelebt. An sich war ihre Lebensweise nicht wirklich anders als in anderen europäischen Ländern aber diese Höhlen waren schon sehr besonders. Vor allem waren sie ziemlich gruselig und definitiv zu klein für unsere Familie. Noch heute verwenden viele Familien in st. Antiocoo die Höhlen und man sieht sie praktisch an jeder Ecke. Danach ging es zur Nekropole. Hier haben auch mehrere Kulturen ihre Toten begraben und es gab ein Grab, welches man komplett durchlaufen konnte. Ebenfalls sehr spannend und definitiv zu klein!


Nach unserer Besichtigung sind wir eine Kleinigkeit essen gegangen und anschließend in den Bus. Es war ziemlich heiss und so haben wir den Rest des Tages in unserem klimatisierten Boot verbracht. 

22. September

Dieser Tag begann mit ein bisschen Action! Es war endlich Montag und wir werden endlich einen professionellen Blick auf den Motor geworfen bekommen. Früh am Morgen mussten wir also das Boot an einen anderen Steg umlegen. Dies wurde natürlich mit Bravour gemeistert obwohl wir ziemlich Angst um die Tiefe hatten. Ich bin allerdings vom Boot auf den Steg gesprungen um die Leinen fest zu machen und habe nicht gemerkt, dass der Morgentau den Steg ziemlich rutschig gemacht hat. Ich bin also ziemlich hart auf meinen Hintern geflogen und ich werde das die nächsten Tage noch spüren. Nach unserem Anlegemanöver hiess es warten. Der Spezialist hat gemeint er komme um 8 Uhr. Natürlich erschien er dann erst um 9:15. 

Für mich bestand der Tag aus viel herumsitzen und nichts tun, da es draussen relativ schlechtes wetter gab. Der Motor Spezialist hat in der Zwischenzeit alles auseinander geschraubt. Das Problem war dort wo wir es befürchtet haben. Der Wärmetauscher, welcher die Kühle des Seewassers an das interne Kühlwasser abgibt, war komplett verklebt mit der Öl-Kühlwasser Emulsion. Noch dazu war dieser komplett verkalkt. Der Spezialist hat dann (mithilfe der italienisch Kenntnisse meiner Mutter) uns zu verstehen gegeben, dass es eine Weile dauern könnte bis das Ding gereinigt ist und er es gerne mitnehmen möchte. Da haben wir zugestimmt und es hiess durchatmen. 

Dann hiess es erst einmal wieder Abschied nehmen. Adrian ist von Bord gegangen und hat den Bus nach Cagliari genommen. Es hat uns sehr leid getan, dass er nicht so viel segeln konnte aber wir hoffen natürlich er hatte trotzdem einen großen Spass am Boot rumzuschrauben. Leider kam am nächsten Tag die Nachricht, dass der Finger doch gebrochen sei. Wir auf der Vision wünschen dem Adrian eine gute Besserung und hoffen, dass der fFnger gut genug verheilt, dass wir ihn bald wieder an Bord begrüssen dürfen. 

Der Rest des Tages bestand aus einem Versuch von mir und meiner Mutter einkaufen zu gehen. Angeblich waren die Supermärkte am morgen noch offen aber um 1 Uhr war alles bereits wieder zu. Stattdessen haben wir uns in ein nettes Kaffee gesetzt und entspannt. Nachdem sich mein Vater zu uns gesellt hat wurde ich von der elterlichen Diktatur dazu gezwungen einen Haarschnitt zu besorgen. Am nächsten Morgen also würde ich „endlich“ zum Friseur gehen. 

Wir haben auch entdeckt, dass überall in der Stadt banner von einem Kreuz herum hangen und haben nach einer Frage bei der Polizei herausgefunden, dass es das Fest des Patrons der Stadt ist und deswegen auch die Supermärkte zu haben. Am Abend soll es ein Konzert und Feuerwerke geben. Der Tag verging dann relativ schnell, da wir einfach nicht viel zu tun hatten und so haben wir uns am Abend entschlossen uns das Fest anzuschauen. Nach einigen Stunden warten ging es dann endlich los aber die Musik war… mässig. Wir haben uns vor allem über die Aussprache des Sängers lustig gemacht. Mein Vater war vom Tag relativ müde und so sind wir noch vor dem Feuerwerk wieder aufs Boot zurück. 

23. September


Ich wurde von Lärm aufgeweckt, da die Mechaniker wieder da waren! Sie haben den ganzen Tag damit verbracht den Motor wieder zusammenzuschrauben und zu testen. Allerdings haben sie wieder den Boiler angeschlossen und waren kurzeitig sich nicht sicher ob der Boiler ebenfalls noch Öl Reste in sich hat und das nun wieder im System sein könnte.

Ich habe mich mit dem Herumgetue nicht beschäftigt sonder bin brav zum Friseur gegangen und sehe (angeblich) jetzt viel besser aus als vorher. Der Laden war auch ganz spannend, da er lustigerweise voller Kleinigkeiten und Modellen von Booten und von der Stadt war. Auf jedenfall ein passender Friseur. 

Ansonsten hab ich einen Brotteig gemacht, den ich wann auch immer verwenden wollte und meine Mutter hat ebenfalls einen süssen Teig gemacht. Das Brot wollte sie so schnell wie möglich fertig haben und hat mich damit beauftragt den Ofen einzuschalten und ist dann zum einkaufen verschwunden und ich musste dann auch noch auf es aufpassen. Es hat sehr sehr gut geschmeckt und war praktisch innerhalb der nächsten Tage weg. 

Am Abend haben die Mechaniker noch ewig herumdiskutiert und am Ende haben sie ihren Chef geholt, der seine Meinung abgegeben hat. Dann haben wir eine Testfahrt mit voller Wucht gemacht und haben mithilfe eines Laser thermometers, dass der Motor nicht nur endlich auf der richtigen Temperatur ist aber auch, dass der Temperaturmesser ungefähr 10% zu viel anzeigt. Der Boiler wurde ebenfalls getestet. Erfolg! Wir können nun endlich weiter segeln. 

Nachdem die Mechaniker uns verlassen haben haben wir uns ein bBer gegönnt und die nächsten Tage diskutiert. Der Plan war nun, dass wir von Calasetta ganz früh am Mittwoch ablegen und praktisch ohne Pause direkt nach Alicante zu fahren. Das bedeutet wahrscheinlich 3 Nachtfahrten ohne Pause. Eine ziemliche Challenge und für die Familie Wassermann auf jeden Fall eine gute Vorbereitung für die ARC+. 

An dem Abend haben wir meine Brote gemacht und in fFieden und bei Sonnenuntergang gegessen. 

24. September

Endlich geht es los! Wir haben früh abgelegt und das Wachsystem stand bereits. Nachdem wir abgelegt haben sind wir als aller erstes zur Tankstelle wo wir bei 15 Knoten wind anlegen durften. Es war eine ziemliche Challenge aber mithilfe einiger Arbeiter und der richtigen Ansteuerung von Alex haben wir es endlich geschafft. Dann hiess es zum letzen Mal auf die land Toilette und ich habe mir noch ein paar Hörbücher runtergeladen. Und schon ging es los. 

Wir sind direkt los und haben um 10:45 die Segel gesetzt. Nur das Vorsegel, da wir 15-20 Knoten Wind hatten. Der Wind hatte auch genug Zeit um eine ordentliche Welle aufzubauen. Also war es sehr schaukelig. Ich war das natürlich nicht gewöhnt, da wir schon seit einiger Zeit an Land sind also wurde mir praktisch direkt schlecht. Wir haben direkt das Wachsystem implementiert und ich musste theoretisch erst um 15 Uhr Wache halten und habe mich so entschieden unter Deck zu gehen um ein wenig die Augen zuzumachen. Dies hat sich als eine schlechte Idee erwiesen. Wir konnten natürlich nicht die Luken aufmachen und die Luft unter Deck hat sich sofort gestaut und dies hat meinen Zustand nur verschlimmert. 

Nach einiger Zeit bin ich wieder an Deck und habe den Rest des Tages damit verbracht an den Horizont zu schauen und frische Luft zu atmen. Dies hat auf jedenfalls geholfen aber sobald ich weg geschaut habe ging es mir wieder mulmig. Der wind kam aus einer für uns günstigen Richtung (von Norden) und so mussten wir nicht viel tun als gerade aus fahren. Wir sind ein wenig in den Süden gesegelt, da der Wind angeblich dort in den nächsten Tagen wieder ein wenig zunehmen wird. Um ungefähr 16:00 haben wir das  Vorsegel ausgerefft und nur wenig später das Großsegel dazugekommen, da der Wind ein wenig nachgelassen hat. Nach einiger Zeit war er allerdings so schwach, dass wir den Motor wieder angeschaltet haben. Meine Mutter hat um 19:00 angefangen Abendessen zu kochen (Polenta mit Bohnen mit Tomatensauce) und es war anscheinend eine ziemliche Challenge in der Küche zu stehen mit dem hohen Wellengang. 

Ich habe das Essen relativ schnell verschlungen und bin unter Deck verschwunden um meine Seekrankheit zu heilen. Meine Mutter hat mir bereits vor einigen Stunden etwas verabreicht und so ging es mir bereits ein wenig besser. Unten schlafen war auch nicht allzu schlimm und die neu eingebauten Lee Segel, welche wir in Carloforte angebracht haben haben sich als sehr nützlich erwiesen. Ich schlief gut ein und bereitete mich auf eine Eiserne nacht vor. 

25. September 

Der Grund für die eiserne Nacht, war das ich bereits um 2 Uhr aufstehen musste um gemeinsam mit meiner Mutter wache zu halten. Mir war wieder relativ schlecht und ich habe die Nacht damit verbracht raus auf den dunklen Horizont zu schauen. Wir hatten 4 Stunden und waren bereit diese durchzumachen (mehr oder weniger). Viel ist die Nacht nicht passiert. Wir haben motort und einmal ist uns etwas leuchtendes im Wasser entgegengekommen wo wir uns nicht sicher waren ob es irgendwas war oder nur unsere Einbildung. Um 5:45 haben uns Mona und Alex bereits abgelöst und wir sind ohne große Probleme schlafen gegangen. 

Aufgewacht bin ich bereit swieder um 10:30 oder so, da die ganze Truppe von oben „Wal“ gerufen haben. Als ich ausgestiegen bin gab es für mich nichts gesehen ausser grelle Sonne und konnte so leider keinen Wal identifizieren. Daraufhin hab ich mich wieder hingelegt, da ich theoretisch erst um 15 Uhr wieder Wache halten sollte aber ch konnte nicht mehr. Ob es zu hell, zu laut oder zu stickig war kann ich euch nicht sagen nur das ich sehr müde war und es trotzdem zu unangenehm war. 

Erschlagen also habe ich mich auf das Deck begeben wo es nicht wirklich besser geworden ist. Nach einiger Medizin wieder ging es mir aber wieder gut. Der Tag war ziemlich ereignislos. Eine Sache die auf jeden Fall dokumentiert gehört ist der fisch Versuch meines Vaters. Dieser hat sich in Carloforte ein wenig Equipment besorgt und wollte es unbedingt ausprobieren. Mein Vater und der andere Alex haben sich also daran gemacht aus den Utensilien irgendeine Angel Konstruktion zu basteln. Eine Cola Dose diente als Geräuschmacher im Falle das etwas anbeisst. Das hat leider nichts gebracht (ausser einer Plastik tüte) aber spass hat es trotzdem gemacht.

Wir hielten weiterhin einen relativ südlichen Kurs und sind noch nicht direkt auf das Ziel zugefahren in der Hoffnung, dass noch wind komme. Meine Mutter hat wieder ein nettes Abendessen gemacht (mein erstes Gericht an dem Tag) und es gab die restliche Polenta zusammen mit einer Spaghetti Carbonara. Sie meinte dieses Mal war es etwas einfacher zu kochen aber als ich mich dazu entschieden habe mal die Küche zu machen musste ich das Gegenteil feststellen und mir wurde relativ schnell schlecht. Ich musste also nach der Hälfte des Geschirrs aufgeben und habe mich in meine Kabine verzogen. Geschlafen habe ich deutlich schlechter und ich konnte bis spät in der Nacht nicht die Augen zumachen. 

26. September

Aufgrund meines schlechten Schlafes ging es mir also ziemlich müde als ich um 2 Uhr wieder aufstehen musste. Meiner Mutter ging es zum Glück gleich. Jetzt fragt ihr euch eventuell wie eine Wache mit zwei übermüdeten Teilnehmern gut laufen kann. Nun ja wir haben uns immer wieder damit abgewechselt eine halbe Stunde lang die Augen zuzumachen während der andere geschaut hat. Besonderes ist in der Schicht nicht viel passiert ausser einem Tanker, welcher uns kurzzeitig Angst gemacht hat aber der uns dann doch vorne gekreuzt hat. Allerdings hat er sich davor einmal komplett im Kreis gedreht. Dies hat man nicht nur am AIS sondern auch an den Lichtern am Horizont erkennen können. Ich kann mir gut vorstellen, dass es den Leuten, welche diese Tanker die ganze Nacht steuern müssen, ziemlich langweilig ist und so war das vielleicht mal ein wenig Spass an Bord. Danach hat er allerdings auch seine Lichter komplett ausgemacht und wir konnten nichts mehr ausser einem grellen weissen Licht erkennen. Sehr interessant. Wir wurden relativ schnell wieder abgelöst und schlafen konnte ich dieses Mal ganz gut. 

Aufgeweckt wurde ich allerdings wieder von einem nicht sehr guten Geräusch. Stille. Schon wieder. Mit der Stille kam auch etwas anderes. Der Geruch von geschmolzenen Plastik. Ich hatte direkt schon Panik, dass wieder irgendwas kaputt ist. Dieses Mal wird es schwieriger irgendwo in die Nähe zu kommen. Allerdings war es nicht allzu schlimm. Bevor wir meinen Vater abgelöst haben in der Nacht hat er uns gesagt, dass der Ventilator im Motorraum immer wieder komische Geräusche macht und das hat man selbst auf Deckt gehört. Nach einiger Zeit hat er allerdings aufgehört und mein Vater hat gedacht „ah der hat sicher eine eigenen Sicherung“. Nein hatte er nicht. Wir hatten also fast einen Kabelbrand an Bord und mussten den Motor ausschalten und mein Vater hat sich den Motor angeschaut. Nach einigen überlegen hat er sich dazu entschieden das Kabel abzuklemmen. 

Das bedeutete allerdings, dass wir keinen Ventilator mehr haben werden. Also haben wir einfach die Türen zu Motorraum aufgemacht in der Hoffnung, dass die stickige Luft einfach ins Boot entweicht. Allerdings war es auch ziemlich laut. Super. 

Der Tag war nichts anderes ausser Motoren und, für mich, lesen. Ich habe mir vor der Fahrt ein Sortiment an Büchern angelegt und habe mich an das dickste von allen rangemacht: Die komplette Dune Trilogie in einem Buch. Meine Hoffnung ist, dass mein momentanes Sortiment ausreichen wird um über den Atlantik zu kommen aber ich bin bereits durch zwei Bücher gebrannt. Die Dune Trilogie ist allerdings ziemlich dick und gross. Über 900 Seiten. Mal schauen wie lange das hält. Es gab auch herrliche Pancakes, welche von Mona hergerichtet worden sind. 

Zwischendurch haben wir uns dazu entschieden auf der südlichen spitze von Formentera zu ankern. Der Plan war kurz zu ankern und ins Wasser zu springen und dann nach ein paar sSunden wieder loszufahren. Nach Ansteuerung der Insel haben wir allerdings entdeckt, dass ziemlich viel Müll im Wasser ist. Wir sind darauf ein wenig die Küste der Insel entlang bis wir eine Bucht entdeckt haben, wo es etwas besser aussah. Meine Mutter hat die Ansteuerung und das Anker Manöver gemacht und ich bin zumindest der Meinung, das sie das gut gemeistert hat.

Daraufhin sind wir alle ins Wasser gesprungen und ich habe mich noch geduscht bevor wir Rindfleisch mit Salat zum Abend gegessen haben. Danach haben wir den Anker wieder gelichtet und ich habe mich in die Kabine gelegt. Schlafen konnte ich allerdings kaum. Vielleicht war es der offene Motorraum oder das Licht aber ich bin meiner Meinung nach erst um 11 Uhr ein wenig eingeschlafen. Dann ist allerdings etwas passiert. Wir hatten wieder Wind! Genau um 11 haben wir bei 8 Knoten wind das Vorsegel ausgeklappt und sind es zusammen mit dem Motor gefahren. 

27. September

Als ich um 2 Uhr aufgewacht bin sind wir bereits nur noch mit dem Vorsegel gefahren und wir hatten bereits über 10 Knoten. Mein Vater hat die Nacht mit uns an Deck verbracht (meine Mutter meinte er hat uns nicht vertraut). Angefangen hat die Schicht mit einem Segler, welcher uns entgegengekommen ist aber nicht auf den Funk geantwortet hat. Wir sind ihm also mithilfe zwei sehr schönen Wenden (meine mutter war wieder an Steuer) ausgewichen und weiter mit Kurs auf unser Ziel. Der Wind kam aus Südwesten (230 Grad) und wir sind ziemlich hoch am Wind gefahren um unser Ziel im Auge zu behalten (260 Grad). Der Wind hat allerdings immer weiter gegen Westen gedreht und wir mussten immer weiter weg von unserem Ziel lenken. Unsere Schicht verging relativ unspannend. Wenn ihr euch fragt was man so macht während der Schicht: Ich habe mich mit meiner Mutter über zukünftige Namen meiner Kinder geredet und wir haben uns darüber ausgetauscht was für Namen wir hässlich und welche wir schön finden. Schon war die Schicht rum ging es wieder ins Bett. 

Ich bin wieder relativ früh (10 Uhr) aufgewacht und wir sind mit dem Gross und Vorsegel gesegelt. Der Wind hat immer mehr zugenommen und wir waren alle sehr glücklich noch ein wenig zu segeln bevor wir in den Hafen eintreffen werden. Wir hatten ziemliche Schieflage und großen Spass. Ich habe noch ein wenig gelesen und habe stand jetzt bereits 200 Seiten hinter mir. Alex hat sich an das Steuer gesetzt und den Hafen angesteuert. Es war ziemlich was los vor dem Hafen von Santa Pola und wir mussten einigen Booten ausweichen. Diese sind allerdings mit Segel einfach in den Hafen und haben es erst drinnen geborgen während wir einfach den Motor angemacht haben. Nach einigem suchen haben wir den Liegeplatz gefunden und angelegt haben wir um 16:25. Insgesamt ein schöner Abschluss zu einem sehr Motor lastigen Törn. 

Die Stadt von Santa Pola muss man nicht unbedingt gesehen haben. Es ist eine große Stadt und es gibt viel zu sehen aber das sind vor allem entweder Burger Kings oder hässliche Wohnbauten. Dies ist meine erste Erfahrung mit Spanien und ich bin mir noch nicht sicher was ich davon halten soll. Abgeschlossen haben wir den Tag und den Törn mit einem ganz guten Essen in einem Restaurant. Die Vorspeisen waren da fast besser als das Hauptgericht.

8 Kommentare zu „Törn 6 – ? to ?“

  1. Hallo Valentin und liebe Crew. Auch wenn es nicht immer spannend war, so ist doch deine Geschichte immer spannend und amüsant. PS ich hab bei meiner Atlantik Überquerung 1200 Seiten James Clavel gelesen, Ein spannender Schmöker Gai Jin, er hat noch viele andere geschrien zb noble House, die alle fuer lange Wachen oder Ruhezeiten sehr geeignet sind.
    Weiter viel Spaß bis Málaga und Liebe Grüsse! Flo


    1. Es ist wirklich unglaublich wieviel Tausend Seiten er zwischen all dem Schlaf, dem Essen und den sonstigen Aktivitäten dann noch verschlingen kann.


  2. Auch wir danken Valentin für
    die unterhaltsam-amüsante und zudem informative Berichterstattung, für die er
    zwischen den verschiedenen Schlaf-Episoden immerhin Zeit gefunden hat.
    Freuen uns auf alle kommenden Berichte.


    1. Die jungen Hengste brauchen viel Schlaf! 😂


  3. Avatar von Cousinchen 😀
    Cousinchen 😀

    Na Gott sei Dank diesmal nicht so viel los auf der Vision 😊 danke Valentin für das kurzweilige „Mitnehmen “ bei eurem Abenteuer und Adrian geht’s hoffentlich nicht allzu schlecht mit seinem gebrochenen Finger. Bin schon gespannt auf die nächsten Berichte, viel Glück und alles Liebe 🥰, Beate


    1. Wir freuen uns über das Mitfiebern bei euch Landratten. 😉
      ⛵️🧜🏻‍♂️🧜🏻‍♀️


      1. Avatar von Cousinchen 😀
        Cousinchen 😀

        😅😘


  4. Aber eins hast du uns nicht verraten lieber Valentin- wie ist dein Lieblingsname des zukünftigen Mini-Valis?


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