Start der West – Ost Atlantik Überquerung
28.4. 2026
Crew: Jenny, Alex, Andi, Peter

Wir starten in aller Früh mit dem 6 Uhr Flieger von Graz nach Frankfurt. Es war eine sehr kurze Nacht, weil wir bis nach 12 gepackt haben. Der Flug nach Antigua ist angenehm und kommt mir gar nicht lange vor. Allerdings verbringe ich ihn hauptsächlich mit Dösen.
In Antigua verfalle ich sofort in den Karibik Chill Modus, sobald wir das Flugzeug verlassen. Unsere Mitreisenden aus Frankfurt verbreiten Hektik bei der Einreise. Draußen schlägt uns die Hitze entgegen. In Jolly Harbour angekommen ist Andi schon an Bord. Wir machen das Boot gleich für den nächsten Tag klar, wobei ich mich nur hinlegen möchte. Ein gutes Abendessen mit einem IPA im neuen Restaurant der Marina schließen den langen Tag ab.
29.4.2026
Der Wecker reißt mich um 6 aus dem Schlaf, wir wollen ja um 7 Uhr los zur Catamaran Marina im Süden (Falmouth Bay). Dort haben wir einen Termin mit den Riggern, zur Reparatur des Mastes, damit wir unser Parasail wieder verwenden können. Schön wieder an Bord zu sein, das Meer, die Stimmung und die Sonne haben mich sofort wieder. Die hektischen Monate in Graz fallen sofort von mir ab, sobald ich am Wasser bin.

Nachdem wir angelegt haben, stellt Alex zunächst fest, dass die Rigger heute nicht können, obwohl seit Monaten der Termin vereinbart war. Am Nachmittag schauen sie vorbei und sagen, dass sie den Auftrag nicht erfüllen können, weil sie nicht wussten, dass sie in den Mast schneiden müssen. Erst müssen sie ein OK der Firma, die den Mast hergestellt hat, bekommen – gehen und vertrösten uns auf Morgen.
In der Zeit als das Boot vermietet war, ist leider ein Unglück mit dem neuen Dinghi passiert, es ist in einen Felsen gefahren und muss daher repariert werden. Auch das bringt Andi zur Reparatur und auch hier bekommen wir die Nachricht, dass man nicht sagen kann, wann es fertig sein wird. Wir fahren aber bereits morgen zurück nach Jolly Harbour. Alex und Andi verbringen den restlichen Tag mit Reparaturen.
Zum Sundowner stößt Peter dazu, der über London und Barbados angereist ist. Wir verbringen einen schönen Abend in der „Lobster Hut“, die den letzten Tag geöffnet hat. Die Segel Saison geht in Antigua zu Ende. Die Hurricane Season beginnt.
4.5.2026
Wir sind seit gestern früh unterwegs! In der Zwischenzeit sind wird nach Jolly Harbour zurück, die meisten Reparaturen und Einkäufe wurden erledigt. Die Vision ist voll mit Essen. Und vorgekochten Mahlzeiten, falls es mal zu viel schaukelt und niemand kochen möchte. Wenigstens zweimal habe ich es zum Schwimmen geschafft sonst viel Arbeit an Bord.
Vor dem Start haben wir uns die letzten Infos von Simon, unserem englischen Wetterfrosch, geholt und sind Sonntag um 8 Uhr gestartet. Bisher haben wir guten Wind, mittlerweile aber eher unangenehme Wellen.
Andi versucht zu angeln, bisher hat aber leider nur Seegras in großen Mengen „angebissen“, das zieht aber auch so, dass man glauben könnte es wäre ein Fisch. Aber Alex und Andi haben einige Sargasso Seegras Rezepte herausgesucht wie zB Sargasso Kartoffelsuppe, Sargasso Risotto, Sargasso Chimchi, Sargasso Sauerkraut oder deepfried Sargasso. Naja, also erst wenn wirklich die letzte Nudel und Thunfisch Dose aufgebraucht ist, bin ich da dabei.
Die erste Nacht ist gut verlaufen, wobei ich jetzt schon den Schlafmangel spüre. In der Nacht hatten wir einen blinden Passagier an Bord, ein Vogel, der sich stundenlang bei uns ausgeruht hat.
7.5.2026
Seit 1 ½ Tagen herrscht Flaute, und zwar so richtig. Wir müssen leider motoren. Das Positive daran ist, dass wir schon zweimal schwimmen waren. Und zum Kochen ist es auch angenehm ruhig.

Vorgestern hat Alex einen Bonito gefangen, aus dem Andi gestern früh ein Avocado Thunfisch Tatar gemacht hat, köstlich! Eigentlich war es ein Versehen, Alex wollte am Abend die Angel hereinholen und plötzlich war doch ein Fisch dran!


Gestern hatten wir einen Mahi Mahi an der Angel, viel größer als der erste Fisch. Er hat ziemlich gekämpft. Am Abend haben wir die Hälfte davon gegessen, heute ist der Rest dran.

Durch das Motoren hat sich der Motor so angehört, als ob der Diesel Filter zu wechseln, wäre, daher haben wir einen der redundanten Filter getauscht, zur Sicherheit, nachdem was im Mittelmeer schon alles passiert ist. Wir ist gut, die Männer natürlich.

Damit man die ruhige Zeit sinnvoll nutzt, probiert Andi sich an Astronavigation. Es ist ein komplexes Rechenschema, die Genauigkeit, die wir bräuchten um damit unser Ziel zu finden, erreichen wir nicht. Aber es bleibt ja noch Zeit zum Üben.

Wir hoffen, dass unser Wetterfrosch recht hat und dass wir in ca 300 Meilen wieder Wind haben. So ist es auf Dauer öde, wir wollen ja Segeln!

11.5.2026
In der Zwischenzeit hat Alex einen weiteren Mahi Mahi gefangen, noch größer als der erste. Er hat ziemlich gekämpft. Wir haben den Code Zero gesetzt und sind damit ein bisschen gesegelt. Einen Tag nämlich gestern hatten wir guten Wind, heute wieder sehr wenig. Simon schreibt uns täglich auf seine sehr amüsante englische Art, dass es weiter keinen Wind geben wird und vertröstet uns auf irgendwann später.

Um uns die Zeit zu vertreiben waren wir mehrmals schwimmen, herrlich ist das Wasser uns viel wärmer als erwartet. Und natürlich mussten Peter und Andi OHell spielen lernen das Wassermannsche Familienspiel, das wir von Lidwina gelernt haben. Nicht zu vergessen kümmern wir uns um herrliches Essen jeden Abend, mit frischem Fisch ist das auch leicht.
Gestern zum Muttertag haben sich meine Buben ganz lieb gemeldet. Es geht Ihnen in Zürich ganz wunderbar, wir hoffen, dass sie auch studieren! An Bord fehlen sie uns schon, so schön war die gemeinsame Zeit hier auf der Vision.
Das Wetter ist etwas kühler geworden aber immer noch heiss. In der Nacht merken wir, dass wir doch auch Richtung Norden fahren. Wir hoffen in den nächsten Tagen weiter auf Wind!
Autorin: Jennifer
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